Zum Inhalt springen

Meine Lieblings-Rezepte mit Wildkräutern

Damit Ihr eine Idee davon bekommt, was Ihr mit den zuvor vorgestellten Wildkräutern so machen könnt, habe ich ein paar meiner liebsten und einfachsten Rezepte für Euch niedergeschrieben. In meiner Küche spielen Gundermann und Giersch zurzeit die Hauptrollen, Ihr könnt aber natürlich auch jedes andere Wildkraut verwenden, das Ihr gerade da habt und mögt. Seid gerne wild und kreativ!

Sechs einfache Rezepte mit Wildkräutern

Bei Rezepten mit Wildkräutern mag ich es schnell, einfach und abwechslungsreich, denn so lassen sich die Wildkräuter leichter in den Alltag einbauen. Neben Pesto und Salat kann man bspw. auch tolle Getränke oder Kosmetik aus Wildkräutern herstellen, wie ich Euch mit meinen Rezepten gerne zeigen möchte.

Meine Lieblings-Rezepte mit Wildkräutern:

Los geht’s!

Wildkräuter Rezepte: Knoblauchsrauke
Die aromatische Knoblauchsrauke mit ihren hübschen Blüten wächst vielerorts und eignet sich hervorragend für leckere Wildkräuterpestos

Rezept für ein Wildkräuter-Pesto

Ein Klassiker in der Wildkräuterküche ist das Pesto, das sich immer wieder beliebig variieren und anpassen lässt. Ich mach es das ganze Jahr hindurch mit verschiedenen Kräutern: im März mit Bärlauch, im April und Mai mit Knoblauchsrauke und danach gerne mit einer Mischung aus Brennnesseln, Giersch und Vogelmiere – so einfach und so lecker! Ich achte immer darauf, nicht zu viele (sehr) bittere Wildkräuter dabei zu haben. Bitterstoffe sind total gesund, denn sie regen z. B. die Verdauung an. Ich möchte aber gerne auch ein wohlschmeckendes Pesto haben, daher mische ich immer mit milden, aromatischen Kräutern. Den bitteren Geschmack einiger Wildkräuter (wie Löwenzahn oder Schafgarbe) kann man z. B. mit Giersch gut ausgleichen. Mit seinem an Petersilie und Möhre erinnernden Geschmack ist er ein guter Partner für viele andere Wildkräuter.

Auf dem ersten Bild seht Ihr (im Uhrzeigersinn ab 12 Uhr): Giersch, Spitzwegerich, Wiesen-Labkraut, Sauerampfer, Breitwegerich, Gänseblümchen, Schafgarbe, Vogelmiere, Rauer Löwenzahn.

Zutaten

  • zwei Händevoll Wildkräuter (z. B. Brennnesseln, Giersch, Löwenzahn, Knoblauchsrauke, Vogelmiere…)
  • eine kleine Handvoll geröstete Nüsse (z. B. Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln oder Cashewkerne)
  • reichlich Olivenöl (oder ein anderes Öl nach Geschmack, z. B. regionales Bio-Sonnenblumen- oder -Rapsöl)
  • Salz & Pfeffer
  • evtl. etwas Hartkäse und/oder Knoblauch (lass ich meistens weg)

Zubereitung

  1. Wildkräuter waschen, kurz trocken schütteln und mit einem scharfen Messer grob hacken.
  2. Zusammen mit den Nüssen und dem Öl in einen Mixer oder ein hohes Gefäß geben und pürieren.
  3. Evtl. noch Öl nachgießen, wenn die Masse zu fest ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Das Pesto in ein Glas füllen, glatt streichen und soweit mit Öl auffüllen bis alles gut bedeckt ist. Dadurch ist das Pesto luftdicht geschützt und hält sich eine Weile (ca. 2 Wochen im Kühlschrank).

Das Wildkräuter-Pesto esse ich am liebsten frisch zu Nudeln oder (veganen) Maultaschen, es eignet sich aber z. B. auch als Topping für cremige Suppen oder pur auf Brot.

Rezepte mit Wildkräutern: Pesto
Aus Wildkräutern lässt sich im Handumdrehen ein leckeres, frisches Pesto zaubern

Rezept für eine Wiesen-Limonade

Die Wiesen-Limonade ist ein sehr einfaches und leckeres Erfrischungsgetränk, das Ihr in dieser oder abgewandelter Form den ganzen Frühling und Sommer hindurch immer wieder genießen könnt. Ich verwende dafür am liebsten Giersch und Gundermann, weil beide ein intensives, würziges Aroma haben und geschmacklich sehr gut harmonieren. Ich habe die Mischung auch schon einmal mit 2 Trieben Waldmeister ergänzt (dieser sollte vorher aber einige Stunden anwelken, um das typische Aroma zu entfalten). Löwenzahnblüten, Gänseblümchen und/oder Zitronenmelisse sind ebenfalls wunderbare Partner!

Zutaten

  • 300 ml Bio-Apfelsaft
  • 300 ml stilles oder Leitungswasser
  • 300 ml Sprudelwasser
  • eine große Handvoll Wildkräuter nach Wahl, z. B. zu gleichen Teilen Gundermann und Giersch

Zubereitung

  1. Die frischen Wildkräuter unter kaltem Wasser kurz abwaschen und mit einem scharfen Messer kleinschneiden.
  2. In einer Karaffe oder Flasche den Bio-Apfelsaft mit dem stillen (Leitungs-) Wasser mischen und die geschnittenen Kräuter hineingeben.
  3. Zuschrauben/abdecken und über Nacht (also mind. 12 Stunden, besser noch länger) in den Kühlschrank stellen.
  4. Am nächsten Tag die Kräuter entweder direkt abseihen oder immer nur nach Bedarf etwas von der Limo durch ein Sieb ins Glas gießen (der Geschmack wird mit der Zeit noch etwas intensiver).
  5. Mit Sprudelwasser auffüllen und genießen. So lecker!
Wildkräuter und Rezepte: Wiesen-Limonade
Wildkräuter-Limonade schmeckt gekühlt am besten

Rezept für ein Wildkräuter-Oxymel

Ein Oxymel ist ein Sauerhonig, genauer gesagt eine Mischung aus Essig (= „Oxy“) und Honig („-mel“), und wurde schon vor Jahrtausenden zubereitet und getrunken. Dem Oxymel werden meist noch Kräuter entsprechend der gewünschten Wirkung beigegeben. Honig und Essig lösen die Inhaltsstoffe aus den Pflanzen, sodass am Ende ein Pflanzenauszug entsteht. Honig und Essig – naturbelassen, nicht erhitzt und aus kontrolliert biologischem Anbau – für sich genommen gelten schon als gesunde, antibakterielle Lebensmittel. Sie sind selbstkonservierend und eine gute Alternative zu Alkohol. Oxymel kann mit Wasser verdünnt als Erfrischungsgetränk, aber auch pur genossen werden. Auch im Salatdressing funktioniert ein Oxymel gut. Einfach 1:2 mit einem Öl der Wahl mischen und über den Salat geben. Die ausgezogenen Kräuter geben dem Salat ein feines Aroma!

Die verwendeten Wildkräuter kann man nach Geschmack, aber auch nach der gewünschten Wirkung auswählen. Für ein appetitanregendes und verdauungsförderndes Oxymel würde man bspw. Pflanzen mit vielen Bitterstoffen auswählen, wie Schafgarbe, Löwenzahn oder Wermut. Für ein beruhigendes Oxymel könnte man Lavendel, Hopfen und Melisse nehmen.

Bei mir ist spontan ein Oxymel mit Schafgarbenblättern, Gänseblümchen und Weißklee entstanden, das sehr mild nach Frühling schmeckt.

Wenn Dir die Mischung zu sauer ist, kannst Du das Verhältnis von Essig und Honig natürlich auch verändern und z. B. 200-300 g Honig auf 100 ml Essig nehmen.

Zutaten

  • eine kleine Handvoll Wildkräuter nach Wahl
  • 100 ml Bio-Apfelessig (naturbelassen)
  • 100 g Bio-Honig (aus der Region)

Zubereitung

  1. Kräuter kurz waschen und mit einem scharfen Messer kleinscheiden.
  2. In ein sauberes Schraubglas geben und mit Apfelessig und Honig übergießen.
  3. Glas verschließen und gut schütteln. Bei flüssigem Honig mischt sich alles recht schnell, fester Honig löst sich mit der Zeit im Apfelessig.
  4. Nun die Mischung für mind. 2 Wochen im geschlossenen Glas stehen lassen (nicht in der Sonne). Ab und zu mal schütteln.
  5. Das Oxymel anschließend abseihen und in ein sauberes Glas oder eine Flasche füllen. Beschriften und innerhalb eines Jahres aufbrauchen.

Für eine wohltuende Wirkung im Körper reichen bereits kleine Mengen täglich (z. B. 1 EL). Ich gebe das Oxymel gerne in ein Glas Wasser, das dadurch einen angenehmen süß-sauren Geschmack bekommt

Tipp!

Wenn man den Honig weglässt, hat man einen würzigen Wildkräuter-Essig, der sich auch ganz toll als Geschenk eignet. Ich habe z. B. vor Kurzem Holunderblüten in Weißweinessig angesetzt – ein herrliches Aroma!

Rezepte mit Wildkräutern: Oxymel
Mit einem Wildkräuter-Oxymel lassen sich Pflanzenwirkstoffe ausziehen und konservieren

Rezept für einen Wildkräuter-Ölauszug

Ölauszüge sind eine weitere gute Möglichkeit, sich die Inhaltsstoffe der Pflanzen zu Nutze zu machen. In der Küche kann man damit Speisen aromatisieren (s. Bärlauchöl). Ich nutze Ölauszüge aber vor allem in der Hautpflege. Dieses Verfahren eignet sich am besten für Pflanzen mit vielen öllöslichen Inhaltsstoffen, wie Kamille, Johanniskraut oder Ringelblume. Aber auch viele Wildkräuter enthalten Stoffe, die beim Mazerieren ins Öl übergehen, wie Flavonoide, Carotinoide, Cumarine oder ätherische Öle. (Mehr über die Herstellung von Pflanzenextrakten hier.)

Das nachfolgende Rezept eignet sich für die meisten frischen und getrockneten Pflanzen. Bei frischen Pflanzen ist immer zu beachten, dass sie noch mehr oder weniger Feuchtigkeit enthalten, welche die Schimmelgefahr im Ölauszug erhöht. Hier muss besonders sorgfältig gearbeitet und genau beobachtet werden. Durch vorheriges anwelken und einen Warmauszug kann die Schimmelgefahr reduziert werden.

Ich habe mich in diesem Beispiel für den Gundermann entschieden, weil er eins meiner liebsten Wildkräuter ist und ich gerne mal ausprobieren wollte, wie er sich in einem Ölauszug macht. Andere gängige Wildkräuter für hautpflegende Ölauszüge sind z. B. Gänseblümchen, Vogelmiere, Schafgarbe oder Steinklee.

Gundermann wird in der Literatur und laut volksheilkundlicher Überlieferung bei „schlecht heilenden und eitrigen Wunden“ empfohlen, was vermutlich auf die Gerb- und Bitterstoffe, aber auch die ätherischen Öle zurückzuführen ist. Welche und wieviele dieser Stoffe in einen Ölauszug übergehen, vermag ich nicht zu sagen (vermutlich hauptsächlich die ätherischen Öle). Ich empfinde das Gundermannöl dennoch als wohltuend bei gereizter Haut – einen Versuch ist es also wert!

Hinweis: Als Nicht-Mediziner gebe ich niemals Hinweise oder Empfehlungen zu möglichen Behandlungen bei verletzter oder kranker Haut. Die von mir vorgestellten Rezepte sind zur Anwendung auf gesunder Haut von Erwachsenen gedacht! Bei Verdacht auf eine Allergie gegen einen Inhaltsstoffe oder eine Pflanze (z. B. aus der Korbblütlerfamilie), bitte vorab mit der Zubereitung einen kleinen Test in der Armbeuge machen.

Zutaten

  • 100 ml stabiles Pflanzenöl (meine Empfehlung: Sonnenblumenöl „high oleic“, d. h. ölsäurereich – auch „Bratöl“ genannt; Olivenöl geht auch, hat aber einen starken Eigengeruch)
  • 10 g frischer Gundermann (und/oder andere Wildkräuter, z. B. Gänseblümchen, Schafgarbe, Vogelmiere…)

Zubereitung

  1. Den Gundermann nicht abwaschen, sondern nur ein paar Stunden anwelken lassen, damit er die erste Feuchtigkeit verliert.
  2. Das Kraut mit einem scharfen Messer kleinschneiden, in ein hitzebeständiges Glas (Austrich- oder Konfitürengläser gehen super) geben und mit Öl auffüllen.
  3. Variante 1: Warmauszug. Das offene Glas in ein Wasserbad stellen und aufpassen, dass dabei kein Wasser ins Glas gelangt. Das Wasserbad langsam erwärmen, aber nicht aufkochen. Das Öl sollte ca. zwei Stunden bei 50-60 Grad ziehen. Um die Temperatur konstant zu halten, schalte ich den Herd zwischendurch aus und wieder an und kontrolliere regelmäßig. Dabei rühre ich ab und zu mit einem Löffel um. Anschließend das Wasserbad samt Öl abkühlen lassen, das Glas herausnehmen und von außen gut abtrocknen, damit beim Umgießen kein Wasser ins Öl läuft. Weiter bei 5.
  4. Variante 2: Kaltauszug. Man gibt das angewelkte Kraut (hier gerne einen Tag länger warten) in ein Glas, übergießt es mit Öl und verschließt das Ganze nur mit einem Küchentuch und Gummiband, damit eventuelle Restfeuchte nicht am Deckel kondensiert. Ich lasse das Glas dann gerne im Küchenschrank stehen, weil es dort nicht zu warm und außerdem schön dunkel ist. Ich schwenke das Öl jeden Tag vorsichtig, damit sich die Pflanzenwirkstoffe gut lösen. Wichtig ist, dass allePflanzenteile immer etwas mit Öl bedeckt sind, sodass sie keinen Kontakt zu Sauerstoff bekommen. Nach ca. 3 Wochen ist das Mazerat fertig.
  5. Das Öl mit dem Gundermann durch einen feinen Kaffeefilter in ein sauberes Glas laufen lassen. Das ölgetränkte Pflanzenmaterial im Kaffeefilter bitte nicht ausdrücken, denn es enthält evtl. noch Restfeuchte, Schleimstoffe usw., die nicht ins Öl gelangen sollen. Das fertige Gundermannöl sollte eine dunkelgrüne Farbe und einen typischen Duft haben. Ölmazerate werden idealerweise in Braunglasflaschen aufbewahrt, um sie vor Licht zu schützen. Mit Datum und Inhalt beschriften und je nach Frische und Haltbarkeit des Öls innerhalb eines Jahres aufbrauchen.

Das Gundermannöl kann z. B. als Basis für eine Salbe (nächstes Rezept), als Körperöl (evtl. mit ätherischen Ölen beduftet) oder ergänzend in einem selbstgemachten Gesichtsöl verwendet werden.

Mehr über das Herstellen von Pflanzenextrakten und die Vor- und Nachteile von Kalt- bzw. Heißauszügen ist hier nachzulesen.

Rezepte mit Wildkräutern: Gundermannöl
Aus Wildkräutern lassen sich auch schöne Ölauszüge herstellen

Rezept für eine Wildkräuter-Salbe

Aus einem Wildkräuter-Ölmazerat lässt sich unter Zugabe von Wachs im Handumdrehen eine einfache, aber wirksame Salbe herstellen. Meine erste Salbe war eine mit Kamillenöl, ganz klassisch ist auch die Ringelblumensalbe. Ich wollte mir gerne die im Gundermann enthaltenen Stoffe zur Pflege strapazierter Hautstellen zu Nutze machen und habe das zuvor angesetzte Öl mit Bienenwachs in eine leicht anzuwendende Salbe verwandelt.

Zutaten

  • 27 g Gundermann-Ölauszug (oder ein anderes Mazerat)
  • 3 g Bienenwachs (für eine vegane Alternative Beerenwachs wählen)

Herstellung

  1. Das Öl zusammen mit dem Bienenwachs in ein hitzebeständiges Glas geben und im Wasserbad aufschmelzen.
  2. Wenn das Bienenwachs geschmolzen ist, das Glas aus dem Wasserbad nehmen und von außen trocken wischen, damit beim Umgießen kein Wasser ins Öl läuft.
  3. Das Öl nun in einen sauberen Tiegel gießen und unverschlossen abkühlen lassen. Das ist wichtig, damit sich kein Kondenswasser im Deckel bildet.
  4. Mit Inhalt und Datum beschriften und innerhalb eines Jahres aufbrauchen (abhängig von der Haltbarkeit des verwendeten Öls!). Da der Balsam kein Wasser enthält, ist er nicht so anfällig für Mikroorganismen. Bitte dennoch nur mit sauberen und trockenen Fingern entnehmen, um kein Wasser oder Dreck einzubringen.
Rezepte mit Wildkräutern: Gundermann Salbe
Die Salbe ist schön grün und duftet leicht nach Gundermann

Rezept für eine Gesichtskompresse mit Wildkräutern

Mit dem Öl und der Salbe machen wir uns vor allem die öllöslichen (= lipophilen) Inhaltsstoffe der Pflanzen zu Nutze. Für die wasserlöslichen (= hydrophilen) Stoffe, wie Gerb- und Bitterstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Schleimstoffe oder Saponine eignen sich am besten Tees, Tinkturen (= Alkoholauszüge) und Hydrolate sehr gut. Zur Hautpflege kann man daraus auch Frischeanwendungen machen, wie z. B. Gesichtskompressen. Das hört sich nicht so sexy an, bezeichnet aber einfach nur ein in (starken) Tee getunktes Stoffstück, das wie eine Tuchmaske auf die Haut gelegt wird und dort für mind. 10 Min. verbleibt. Die Gesichtskompresse kann je nach verwendeter Pflanze z. B. hautberuhigend, klärend, erfrischend oder belebend wirken.

Gesichtskompressen aus (abgekühlten) Tees oder Kaltauszügen – dazu gleich mehr – haben den großen Vorteil, dass sie schnell und einfach herzustellen, leicht anzuwenden, sehr abwechslungsreich und das ganze Jahr über nutzbar sind. Wenn gerade keine frischen Pflanzen zur Hand sind, eignen sich auch getrocknete (auf gute Qualität achten).

Die Auswahl an möglichen (Wild-) Kräutern für eine hautpflegende Gesichtskompresse ist wirklich sehr groß, denn jede Pflanze enthält mehr oder weniger viele interessante wasserlösliche Inhaltsstoffe. Ein Klassiker bei gereizter Haut ist Kamille, auch Ringelblume und Lindenblüten wirken beruhigend. Salbei und Thymian wirken klärend und haben sich bei unreiner und fettiger Haut bewährt. Unter den Wildkräutern mag ich Schafgarbe, Spitzwegerich, Gundermann und Gänseblümchen besonders gerne.

Zutaten

  • eine kleine Handvoll (Wild-) Kräuter, frisch oder getrocknet
  • Wasser
  • ein kleines Handtuch

Herstellung und Anwendung

  1. Das Wasser zum Kochen bringen und das kleingeschnittene Pflanzenmaterial damit heiß übergießen (Ausnahme sind stark schleimstoffhaltige Pflanzen wie Malve, sie werden für einige Stunden kalt angesetzt). Wir brauchen ungefähr die Menge einer normalen Tasse Tee. Abdecken und mind. 10 Min. ziehen lassen, gerne auch etwas länger. In der Zwischenzeit das Gesicht reinigen und von Make-Up, Schmutz und Talg befreien.
  2. Den Tee abseihen und etwas abkühlen lassen bis er angenehm warm ist.
  3. Nun das Handtuch in den Tee tauchen und damit tränken. Ein wenig ausdrücken, damit das Handtuch nicht mehr tropfen. Es sollte aber noch gut feucht sein.
  4. Das feuchte Handtuch längs einrollen oder -klappen und so auf das Gesicht legen, dass Stirn, Nase und Wangen bedeckt sind (Mund und Nasenlöcher zum Atmen frei lassen). Für 10-15 Minuten hinlegen und entspannen. Wenn das Handtuch zu sehr auskühlt, erneut in den Tee tauchen, kurz ausdrücken und wieder aufs Gesicht legen.
  5. Danach das Gesicht mit einer Creme oder einem (selbstgemachten) Gesichtsöl pflegen.
Frische Gänseblümchen eignen sich sehr gut für eine hautberuhigende Gesichtskompresse

Ich hoffe, dass Euch meine Rezepte mit Wildkräutern gefallen und Ihr vielleicht auch einmal Lust habt, sie auszuprobieren. Lasst mir gerne einen Kommentar da und erzählt mir von Euren Ergebnissen – ich bin gespannt!

Weitere Rezepte mit Wildkräutern

Viele weitere schöne Rezepte mit Wildkräutern findet Ihr übrigens bei Silja Parke (Wilde Möhre), Doris Kern (Mit Liebe gemacht), Isabel Fischer (Heger und Sammler), Karina Nouman geb. Reichl (Fräulein Grün) oder Valerie Jarolim (Blatt und Dorn).

Hinweis:

Wildkräuter sollten nur gesammelt und verwendet werden, wenn diese zu 100 % sicher bestimmt werden können, da bei einigen Pflanzen Verwechslungsgefahr besteht, die zu (tödlichen) Vergiftungen führen kann! Ich habe die Informationen nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig zusammen getragen, teils auch aus eigenen Erfahrungen heraus. Meine Rezepte und Empfehlungen richten sich immer an gesunde Erwachsene. Beschwerden sollten immer zunächst ärztlich abgeklärt werden. Die private Anwendung der Rezepte in Küche, Hausapotheke und Kosmetik erfolgt natürlich immer auf eigene Verantwortung. Besondere Vorsicht ist geboten bei Babies, Kindern, Schwangeren und Menschen mit Vorerkrankungen – hier bitte anderweitig noch einmal ganz genau informieren, ob und welche Wildkräuter geeignet sind.

2 Kommentare

  1. Was für ein ganz wundervoller Beitrag, der macht richtig Lust zum Nachmachen! Und so schön bebildert.

    • Tobias Kahrmann

      Ganz lieben Dank für Deine netten Worte, liebe Silja!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.