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Von meiner Liebe zu den Wildkräutern

Es ist Frühling – und damit wieder höchste Zeit für Wildkräuter! Bei meinen täglichen Spaziergängen sehe ich am Wegesrand und auf den kleinen Wiesenflächen in der Stadt überall das saftig-satte Grün von Brennnessel, Giersch & Co. Die heimischen Wildkräuter sind jetzt besonders nährstoffreich und lecker, denn in ihnen steckt die ganze Kraft der erwachenden Natur. Durch den langen Winter und die teils noch sehr niedrigen Temperaturen im Februar und März sind – zumindest bei uns in Hamburg – in diesem Jahr die meisten Wildkräuter ein bisschen später dran. Sehnsüchtig habe ich wochenlang nach den ersten Pflänzchen Ausschau gehalten. Mittlerweile entdecke ich sie überall und freue mich, aus ihnen allerlei Schmackhaftes, Hautpflegendes und Heilkräftiges zuzubereiten. Einige von ihnen stelle ich Euch in diesem Blogartikel näher vor. Aber warum bin ich eigentlich so begeistert von Wildkräutern?

Warum ich unsere heimischen Wildkräuter liebe

Was Ihr vielleicht noch gar nicht wusstet: bevor ich damals angefangen habe, mich mit Naturkosmetik zu beschäftigen, war ich schon ein großer Fan der heimischen Wildkräuter. Die Begeisterung entflammte bei einem Volkshochschulkurs vor acht Jahren, bei dem wir einige Wildkräuter kennen gelernt und gemeinsam gesammelt haben. Aus Kamillenblüten haben wir dann einen Ölauszug in Olivenöl und daraus (mit Bienenwachs) eine ganz einfache Salbe hergestellt. Meine erste selbstgemachte Kosmetik – und ich war total begeistert! Davon angefixt habe ich mich weiter mit Kosmetikherstellung, -inhaltsstoffen, Pflanzen (-verarbeitung) und ätherischen Ölen beschäftigt. Die Wildkräuter und Heilpflanzen waren immer auch Teil meiner Rezepturen und Experimente.

In den darauffolgenden Jahren habe ich noch weitere Kurse besucht und mein Wissen durch Bücher und Austausch mit anderen (Expert*innen) vertieft. Besonders interessant fand ich neben der Kulinarik immer auch die kosmetischen Anwendungen von Wildkräutern. Bei klassischen Heilpflanzen, wie der Ringelblume – die für mich eher nicht zu den typischen „Wildkräutern“ zählt -, sind die Wirkungen auf der Haut bereits gut untersucht und belegt. Bei vielen anderen Pflanzen handelt es sich oftmals eher um Beobachtungen aus der Volksheilkunde. Für mich ist aber beides gleichermaßen wichtig: wissenschaftliche Belege UND traditionelle Überlieferungen. Ich finde, sie ergänzen sich hervorragend und bin mir sicher: man wird mit der Zeit noch weitere Erkenntnisse über die heimischen Wildkräuter gewinnen.

Löwenzahn
Der Löwenzahn ist ein sehr bekanntes Wildkraut, das leicht zu erkennen und vielseitig zu verwenden ist

Die Vorzüge von Wildkräutern

Warum sind Wildkräuter überhaupt so interessant? Was steckt in ihnen und wie können wir sie nutzen?

Im Gegensatz zu den von uns Menschen über Jahrhunderte eigens gezüchteten Gemüse-, Obst-, Kräuter- und Salatsorten müssen Wildkräuter (von Gärtner*innen leider oft auch unliebsam als „Unkräuter“ bezeichnet) nicht gedüngt, gewässert, gejätet oder von Schädlingen und Krankheiten befreit werden. Wildkräuter haben sich ihrer natürlichen Umgebung bestens angepasst und dabei zahlreiche Stoffe ausgebildet, die ihnen das Überleben in der Wildnis sichern. Neben den vielen verschiedenen, oft sehr köstlichen Aromen, stecken sie voller wichtiger Nährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe und vor allem sekundäre Pflanzenstoffe, die teilweise nur dort zu finden sind. Sie enthalten davon meist viel mehr als unser Zuchtgemüse.

Zu den sekundären Pflanzenstoffen in Wildkräutern zählen Bitter-, Gerb- und Schleimstoffe, Saponine (Seifenstoffe), ätherische Öle, Flavonoide, Anthozyane und Carotinoide, Glykoside, Senföle und Cumarine. Sie wirken im Körper bspw. appetitanregend und verdauungsfördernd, entzündungshemmend, immunstärkend, zellschützend, stoffwechselanregend, durchblutungsfördernd, beruhigend und entkrampfend. Viele von ihnen werden sowohl in der Volksheilkunde, als auch in der Schulmedizin verwendet. Sie sind also bei weitem nicht nur „Unkraut“.

Die Wildkräuter mit ihren sehr vielen wertvollen Nährstoffen können wir also hervorragend zur Bereicherung unseres Speiseplans und zur Förderung unserer Gesundheit nutzen. Dazu müssen wir dann auch keine neumodernen „Superfoods“, die teuer und mit hoher CO2-Bilanz aus Übersee importiert werden, kaufen, denn wir haben sie direkt vor der Haustür. Wildkräuter wachsen überall und ohne unser Zutun und das empfinde ich als großes Geschenk. Menschen in allen Teilen der Welt haben Wildkräuter schon immer genutzt. Bei uns sind sie leider teilweise etwas in Vergessenheit geraten, erleben aber gerade eine kleine Renaissance. Das finde ich sehr schön!

Wildkräuter: Wiesenschaumkraut
Das Wiesenschaumkraut schmeckt angenehm scharf nach Kresse, Senf und Rauke. Die enthaltenen Senfölglykoside heizen uns gut ein und kurbeln den Stoffwechsel an.

Wildkräuter neu und wiederentdecken

Letztes Jahr habe ich leider viel zu wenig Wildkräuter gesammelt und verarbeitet, weil ich mit so viel anderem beschäftigt war und es immer wieder vergessen habe. Das fand ich sehr schade und habe mir deshalb für dieses Jahr fest vorgenommen, mich wieder eingehender mit ihnen zu beschäftigen und regelmäßiger durch die grünen Ecken Hamburgs zu spazieren, um welche zu sammeln. Dabei entdecke ich oft auch neue Sammelstellen und mir noch unbekannte Wildkräuter.

Da geführte Spaziergänge bisher nicht möglich waren, habe ich Anfang Mai zum ersten Mal an einer Online Wildkräuterwanderung von Isabel Fischer teilgenommen, die mir sehr gut gefallen hat. Ich habe mich dort u. a. für die Taubnesseln begeistern und zu einigen Rezepten anregen lassen. Im Sommer möchte ich gerne auch einmal persönlich an einer Wildkräuterwanderung von Isabel in Kiel teilnehmen.

Vor kurzem ist außerdem noch ein neues Buch über Wildkräuter bei mir eingezogen, das mir die liebe Silja Parke empfohlen hat und das meine Sammlung an Bestimmungsbüchern gut ergänzt: Wildpflanzen zum genießen… von Rita und Frank Lüder (Link zu buch7, kein Affiliate). Ich entdecke damit gerade viele weitere Wildkräuter (wieder), denen ich bisher noch viel zu wenig Beachtung geschenkt hatte, wie z. B. die Vogelmiere, die Schaumkräuter (wie das behaarte oder das Wiesenschaumkraut), die Labkräuter (zu denen übrigens auch der Waldmeister gehört) oder der Wald-Ziest (der erstaunlich lecker nach Steinpilzen schmeckt!).

Auf Siljas Blog „Wilde Möhre“ findet Ihr übrigens ganz viel Wissen, Rezepte und tolle Bilder rund um Wildkräuter und Heilpflanzen.

Wildkräuter: purpurrote Taubnessel
Die purpurrote Taubnessel hat weiche Blätter und wunderschöne Blüten – und ist mit der Brennnessel gar nicht verwandt

Welche Wildkräuter wachsen bei uns?

Je aufmerksamer ich durch die grünen Ecken der Stadt laufe, umso mehr Wildkräuter entdecke ich – und es kommen jedes Jahr ein paar neue dazu, die ich bisher noch nicht so auf dem Schirm hatte. In den vergangenen Wochen habe ich vor allem Giersch und Gundermann gepflückt. Auch ein bisschen Löwenzahn, Gänseblümchen, Vogelmiere und die erste Knoblauchsrauke waren schon dabei. Diese Wildkräuter eignen sich hervorragend als Zugabe in einen gemischten Blattsalat, den sie geschmacklich und nährstofftechnisch aufpeppen. Es gibt aber noch sehr viele weitere leckere und gesunde Wildkräuter, von denen Ihr bestimmt schon einige gesehen habt (und vielleicht ja sogar kennt).

Die häufigsten heimischen Wildkräuter

Häufige und typische essbare Wildkräuter, die in unseren Breitengraden (auch in der Stadt) wachsen, sind:

  • Barbarakraut/Winterkresse
  • Bärlauch
  • Brennnesseln
  • Brombeeren
  • Gänseblümchen
  • Giersch
  • Gundermann/Gundelrebe
  • Hirtentäschelkraut
  • Hagebutten
  • Holunder (-blüten und -beeren)
  • Hopfen
  • Kletten- und Wiesen-Labkraut
  • Knoblauchsrauke
  • Löwenzahn
  • Mädesüß/Wiesenkönigin
  • Schafgarbe
  • Scharbockskraut
  • Spitz- und Breitwegerich
  • Taubnesseln (purpurrote, goldene, weiße, gefleckte…)
  • Veilchen
  • Vogelmiere
  • Waldmeister
  • Weißdorn (-blüten, -blätter und -früchte)
  • Wiesen- und behaartes Schaumkraut

Das sind natürlich längst nicht alle, aber ich denke, diese Aufzählung verdeutlicht schon einmal, wie reich an Wildkräutern unsere unmittelbare Umgebung sein kann.

Knoblauchsrauke
Im Frühjahr sammle ich gerne Knoblauchsrauke für ein würziges Pesto oder als Zugabe im Kartoffelsalat. Sie schmeckt entsprechend ihrem Namen nach Koblauch.

Ein besonderes Wildkraut: der Bärlauch

In diesem Jahr habe ich dank einer Freundin auch eine neue Stelle für Bärlauch in Hamburg entdeckt. Bärlauch (Allium ursinum) aus der Familie der Lauchgewächse zählt – wie wahrscheinlich bei den meisten – zu einem meiner Lieblingswildkräuter, denn er ist so aromatisch und verleiht uns die ersten „Bärenkräfte“ für den Start in den Frühling! Bärlauch ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, ätherischen Ölen und Schwefelverbindungen. Die Blätter, aber auch die Blütenknospen und Blüten lassen sich zu vielen leckeren Gerichten verarbeiten, wie Pesto, Salz, Öl, Mayonnaise, falsche Kapern, Risotto oder Teigschnecken. Die Bärlauch-Saison hält leider immer nur wenige Wochen im Jahr an und ist nun schon wieder vorbei. Auch das macht den Bärlauch so besonders und ich freue mich jetzt schon ein bisschen darauf, ihn im nächsten Frühjahr wieder zu sehen…

Wildkräuter: Bärlauch sammeln
Kleines Bärlauch-Paradies in Hamburg. Hier zeigen sich schon die ersten Blütenknospen, die sich z. B. zu „falschen Kapern“ verarbeiten lassen. Mittlerweile ist der Bärlauch aber leider verblüht und wieder verschwunden…

Meine Lieblings-Wildkräuter

Mit den Jahren haben sich unter all den Wildkräutern, die ich so kenne und verwende, einige Lieblinge herausgebildet, zu denen es mich irgendwie intuitiv hinzieht. Und im Gespräch mit anderen Wildkräuter-Interessierten stelle ich fest: es geht nicht nur mir so! Meist ist das gar keine rationale Angelegenheit, keine bewusste Entscheidung, die ich z. B. aufgrund der Inhaltsstoffe treffe. Es ist mehr so ein (Bauch-) Gefühl, das mir Lust auf diese oder jene Pflanze macht.

Mir ist noch einmal wichtig zu betonen, dass ich hier absichtlich keine Anleitung zur Bestimmung der Wildkräuter gebe. Ich finde es besser, wenn Ihr diese einmal bei einer persönlichen Führung genau kennen lernt und Euch etwas mit ihnen beschäftigt. Für den Anfang reicht es sowieso, wenn man 3-4 Kräuter sehr sicher bestimmen kann, denn mit ihnen lässt sich schon viel verschiedenes machen. Und dann arbeitet man sich weiter voran, wenn man Lust auf mehr hat. Zum Glück gibt es ein paar Wildkräuter, bei denen eine Verwechslung recht unwahrscheinlich ist oder die man ohnehin schon kennt (wie Brennnessel oder Löwenzahn).

Wenn Ihr plant, ab nun (mehr) Wildkräuter zu sammeln und zu essen, setzt Euch bitte nicht damit unter Druck, dies möglichst häufig und viel zu tun. Der Gaumen und der Körper müssen sich aufgrund der z. T. hohen Mengen an Bitterstoffen ohnehin erst einmal daran gewöhnen. Fangt also gerne langsam an und probiert verschiedene einfache Rezepte aus. Vielleicht reicht es für den Anfang, ein Mal im Monat eine Handvoll Wildkräuter unter den Salat zu mischen oder ein einfaches Pesto zuzubereiten. Es muss auch nicht gleich der bittere Löwenzahn sein – wie wär’s mit der aromatischen Knoblauchsrauke oder der milden Vogelmiere?

Nun will ich Euch aber nicht länger auf die Folter spannen und endlich verraten, welche Wildkräuter ich zurzeit ganz besonders mag. Das Tolle an den von mir vorgestellten Kräutern ist, dass sie vielseitig einsetzbar, recht leicht zu erkennen, kaum zu verwechseln und den ganzen Frühling und Sommer über an sehr vielen Orten zu finden sind.

Gänseblümchen

Gänseblümchen

Das Gänseblümchen (Bellis perennis) kennt doch eigentlich jede*r seit der Kindheit, oder? Es gehört, wie Ringelblume und Kamille, zur großen Familie der Korbblütler und wächst auf fast jeder Wiesenfläche Europas. Das eher unscheinbare, zart anmutende Blümchen ist erstaunlich widerstandsfähig. Die botanische Bezeichnung bedeutet so viel wie „schön und ausdauernd“ – und tatsächlich blüht das Gänseblümchen fast das ganze Jahr über.

Innerlich (pur, im Salat oder Pesto, als Tee…) helfen die enthaltenen Bitterstoffe, Seifenstoffe und ätherischen Öle bei der Verdauung.

Äußerlich wird das Gänseblümchen traditionell für blaue Flecken und kleine Prellungen, aber vor allem auch zur sanften Pflege der sensiblen und gereizten Haut empfohlen. Man kann aus ihnen eine Tinktur, einen Ölauszug und ein Hydrolat herstellen. Letzteres verwende ich sehr gerne pur als Gesichtswasser.

Giersch

Giersch

Eins der häufigsten Wildkräuter, das man fast das ganze Jahr und nahezu überall findet ist der Gewöhnliche Giersch (Aegopodium podagraria). Vielen Gartenbesitzer*innen ist er verhasst und ein typisches „Unkraut“, denn er wuchert schnell und viel und lässt sich nur sehr schwer wieder loswerden.

Dabei darf man sich über das vitamin- und mineralstoffreiche Kraut freuen! Giersch schmeckt leicht würzig, wie eine Mischung aus Petersilie, Möhre und Kerbel (die, wie der Giersch auch, alle aus der Familie der Doldenblütler stammen). Er lässt sich in der Küche vielseitig verwenden: frisch und roh im Salat, gedünstet als Spinatersatz, im Pesto (mit anderen Wildkräutern) oder auch für eine erfrischende Wiesen-Limonade.

In der Hautpflege habe ich den Giersch bisher nicht verwendet, aber er wurde früher traditionell bei Gicht und Rheuma verwendet. In jedem Fall können die enthaltenen Stoffe unser Immunsystem stärken, daher ist es immer eine gute Idee, den Giersch in den Wildkräuter-Speiseplan einzubauen.

Gundermann

Gundermann

Der Gundermann (Glechoma hederacea), auch Gundelrebe genannt, ist eine kriechende Pflanze aus der Familie der Lippenblütler mit kleinen rosa bis violetten Blüten. Für das ungeschulte Auge erinnert er manchmal an die purpurrote Taubnessel oder den kriechenden Günsel.

Gundermann mag es feucht und leicht schattig und ist deshalb oft unter Sträuchern und Büschen anzutreffen. Aber auch im heimischen Garten findet man ihn manchmal. Mit dem aromatischen Kraut kann man Soßen, Pestos, Smoothies und Limonaden intensiv würzen. Der Geschmack erinnert entfernt an Minze, daher wird mit ihm auch gerne ein sog. „Wiesen-After-Eight“ zubereitet (einfach die Blätter in geschmolzene Zartbitterschokolade tauchen).

In der heutigen Schulmedizin findet der Gundermann leider keine Beachtung mehr. Die Germanen und die Volksmedizin schätzten ihn jedoch sehr aufgrund seiner stoffwechsel- und appetitanregenden Eigenschaften.

Äußerlich empfehlen sich Zubereitungen aus Gundermann vor allem bei fetter und unreiner Haut. Hauptinhaltsstoffe der Pflanze sind Flavonoide, ätherische Öle, Gerbstoffe sowie der Bitterstoff Glechomin. Diese wirken antibakteriell, antioxidativ, entzündungshemmend und leicht adstringierend (zusammenziehend).

Spitzwegerich

Spitzwegerich

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) aus der Familie der Wegerichgewächse ist eine heimische Pflanze, die vielerorts auf Wiesen zu finden ist.

Spitzwegerich wird (als Sirup) klassischerweise bei Husten und Atemwegserkrankungen verwendet, kommt aber auch äußerlich bei Insektenstichen und kleinen Schnitten zur Anwendung. Dazu kann man ganz einfach ein frisches Blatt so lange zerreiben, bis etwas Saft austritt und das Blatt dann auf die betroffene Stelle drücken.

Auf die Haut wirken die enthaltenen Gerbstoffe adstringierend. Die Schleimstoffe beruhigen gereizte (Schleim-) Haut. Spitzwegerich gilt allgemein als sehr hautverträglich. Die antiseptische Wirkung ist vor allem auf das enthaltene Aucubin, ein Iridoidglycosid, zurückzuführen.

Sein „großer Bruder“, der Breitwegerich (Plantago major), enthält ebenfalls entzündungshemmende und wundheilungsfördernde Stoffe und kann ähnlich verwendet werden.

Kennt (und mögt) Ihr diese vier Wildkräuter auch so sehr wie ich? Wie verwendet Ihr sie, was bereitet Ihr aus ihnen zu? Schreibt mir dazu doch gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag.

Zum Abschluss möchte ich gerne noch mit Euch teilen, was mir beim Suchen und Sammeln von Wildkräutern besonders wichtig ist.

Wildkräuter respektvoll sammeln

Wenn ich auf Wiesen, in Parks oder Wäldern unterwegs bin, gehe ich so achtsam und sorgfältig wie möglich mit der wunderbaren Natur um mich herum um. Das heißt für mich beim Suchen und Sammeln von Wildkräutern vor allem:

  • nur an erlaubten Stellen (Naturschutzgebiete, Botanische Gärten und fremde Privatgrundstücke sind tabu!)
  • nicht am Rand von Straßen, Wegen, Baustellen oder Feldern (Pestizide, Gifte, Hunde etc.)
  • nur bei ausreichend großem Pflanzenbestand und niemals von bedrohten Arten (regional unterschiedlich)
  • immer vorsichtig einzelne Triebe oder Blätter, damit die Pflanze weiter wachsen kann (und ohne sie dabei unnötig zu verletzen)
  • nur die Mengen, die ich gerade wirklich brauche und verbrauchen kann (vorher Gedanken machen!)
  • auf die Pflanzen und Tiere um mich herum achtgeben und nicht „herumtrampeln“
  • nur Pflanzen, die ich ganz sicher bestimmen kann (einige von ihnen haben giftige Doppelgänger!)

Mit der Natur im Einklang

Was mir bei meinen Wildkräuter-Spaziergängen immer besonders gut tut, ist das Innehalten und zur Ruhe kommen. Ich schaue mir gerne eine Weile lang die Umgebung mit ihren vielen verschiedenen Elementen, wie den Pflanzen, Tieren, Wasser und Erde an und versuche dabei, mich gedanklich und gefühlsmäßig ein wenig mit dem Ort „zu verbinden“. Ich bin dort ein Besucher und darf achtsam und dankbar etwas von den Geschenken mitnehmen, die mir die Natur bereitstellt. Kennt Ihr dieses schöne Gefühl, mit der Natur im Einklang zu sein?

Spitzwegerich Blüte
So zart blüht der Spitzwegerich im Frühjahr

Hinweis:

Wildkräuter sollten nur gesammelt und verwendet werden, wenn diese zu 100 % sicher bestimmt werden können, da bei einigen Pflanzen Verwechslungsgefahr besteht, die zu (tödlichen) Vergiftungen führen kann! Ich habe die Informationen nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig zusammen getragen, teils auch aus eigenen Erfahrungen heraus. Meine Rezepte und Empfehlungen richten sich immer an gesunde Erwachsene. Beschwerden sollten immer zunächst ärztlich abgeklärt werden. Die private Anwendung der Rezepte in Küche, Hausapotheke und Kosmetik erfolgt natürlich immer auf eigene Verantwortung. Besondere Vorsicht ist geboten bei Babies, Kindern, Schwangeren und Menschen mit Vorerkrankungen – hier bitte anderweitig noch einmal ganz genau informieren, ob und welche Wildkräuter geeignet sind.

Quellen:

  • Bühring, Ursel (2014): Alles über Heilpflanzen: Erkennen, anwenden und gesund bleiben, 3. Auflage, Verlag Eugen Ulmer.
  • Fleischhauer, Steffen Guido (2015): Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden, AT Verlag.
  • Lüder, Rita & Frank (2017): Wildpflanzen zum Genießen… für Gesundheit, Küche, Kosmetik und Kreativität, 5. Auflage, kreativpinsel Verlag.
  • Spohn, Margot, Golte-Bechtle, Marianne & Spohn, Roland (2015): Was blüht denn da?, 59. Auflage, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG.

Ein Kommentar

  1. Lieber Tobias, was für ein schöner und umfangreicher Beitrag über Wildkräuter, gerade für den Einstieg! Ich liebe erfrischende Giersch-Limo und Löwenzahnblütengelee besonders! Alles Liebe von der Wilden Möhre 🌿🥕

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