Ätherische Öle für die Hautpflege

Ätherische Öle für die Hautpflege

Ätherische Öle, die lokal oder systemisch in unserem Körper wirken sollen müssen über die Haut aufgenommen werden, beispielsweise in Form einer Öleinreibung oder eines Bads. Dabei sollten unbedingt die Anwendungshinweise beachtet werden. Außerdem sind einige ätherische Öle nicht für die Anwendung auf der Haut zu empfehlen, da sie beispielsweise stark reizend wirken. Da unsere Haut ein sensibles Organ ist und Duftmoleküle z. T. so winzig, dass sie bereitwillig eindringen, würde ich bei großflächigen Anwendungen (z. B. Körperöl oder Bodylotion) nicht über 1 % Konzentration gehen. Bei der noch empfindlicheren Gesichtshaut sogar nur 0,5 %. Und Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere und Senioren sind nochmal ein anderes Thema (bitte informiere Dich vorab gut – z. B. auf dem Blog von Eliane Zimmermann). Auch bei Allergien und Hauterkrankungen ist absolute Vorsicht geboten!
Dann wiederum gibt es ätherische Öle, die ganz explizit für die Hautpflege bis hinzu Hautproblemen empfohlen werden. Einige davon möchte ich gerne kurz vorstellen.

Wenn Du mehr über ätherische Öle erfahren möchtest, empfehle ich Dir mein Webinar „Ätherische Öle – Grundlagen“.

Ätherische Öle für die Hautpflege

Ätherische Öle für die HautpflegeWas relativ unscheinbar aussieht ist die getrocknete Dolde der Wilden Möhre (Daucus carota). Sie birgt aromatische Samen, aus denen ein sehr hautpflegendes ätherisches Öl gewonnen wird: das Karottensamenöl. Es enthält hohe Mengen sehr hautfreundlicher Sesquiterpenole (Carotol, Daucol) und Sesquiterpene (v.a. beta-Bisabolen). Diese wirken u.a. entzündungshemmend, hautzellregenerierend, wundheilend, immunmodulierend und tonisierend – also allgemein sehr hautpflegend. Karottensamenöl eignet sich für Gesichts- und Körperöle aller Art. Schon 1 Tropfen in 10 ml Trägeröl ist ausreichend für eine spürbare Wirkung. Wer möchte, ergänzt noch 1-2 Tropfen Rose 10% und/oder 1 Tropfen Benzoe Siam.
Alternativ bzw. ergänzend kann man das Karottensamenhydrolat verwenden, das manchmal auch im Handel angeboten wird (ich destilliere es natürlich selber aus selbst gesammelten getrockneten Samen). Ätherisches Karottensamenöl duftet würzig-erdig, mit einer leicht süßlichen Beinote und erinnert entfernt tatsächlich an die Wurzel. Ich habe es letztes Jahr zum ersten Mal verwendet – und mag es nicht mehr missen.

Harze wie Benzoe, Myrrhe oder Weihrauch gehören ebenfalls zu den wichtigen und wirksamen ätherischen Ölen in der Hautpflege.
Wie entsteht dieses Harz? Bäume sondern es ab, wenn ihre Rinde verletzt wird. Das Wundsekret wirkt wie ein Pflaster, das nicht nur das empfindliche lebendige Holz darunter schützt, sondern auch Bakterien und Pilze am Eindringen hindert. Die im Harz enthaltenen Substanzen wirken gleichzeitig keimabweisend und regenerierend. Eine ähnliche Funktion übernehmen Harze in der Hautpflege: sie schließen Wunden und schützen die Haut und stimulieren gleichzeitig das Immunsystem. Sie duften meist balsamisch, manchmal typisch harzig oder sogar terpentinartig – je nach Pflanze und Herkunft (insbesondere beim Weihrauch). Benzoe Siam (Styrax tonkinensis) ist für mich ein Must-Have in der Hautpflege und ergänzt jede Mischung auch durch seinen weichen, vanilleartigen Duft ganz hervorragend. Die Aromatischen Ester und Säuren (v. a. Benzylbenzoat und Benzoesäure) wirken entzündungshemmend, antimikrobiell, wundheilend und epithelisierend. Es ist selbst für Kleinkinder bestens verträglich und als mildes Erkältungsmittel sehr beliebt. Benzoe Siam wirkt seelisch einhüllend, entspannend und angstlösend. Ähnlich wie Vanille oder Tonka vermittelt uns der Duft Wärme und Geborgenheit. Es wird übrigens nicht destilliert, sondern mit Alkohol extrahiert.

Was ein bisschen aussieht wie Zitronenmelisse oder Pfefferminze ist in Wahrheit das exotische Kraut Patchouli (Pogostemon cablin). Die getrockneten Blätter verströmen einen warmen, schweren, etwas süßlichen und erdigen Duft, den viele Menschen mit der Hippie-Zeit der 70er Jahre verbinden. Tatsächlich kommt die Pflanze ursprünglich aus Indien, wo sie heute noch angebaut wird und u.a. zum Vertreiben von Insekten verwendet wird.
Der Hauptinhaltsstoff des Patchouliöls sind die Sesquiterpenole, große, schwere, sehr hautfreundliche und seelisch stark aufrichtende Duftmoleküle. Patchouli vermittelt Bodenhaftigkeit, Erdung, Ruhe und Zentrierung. Das ätherische Öl ist aufgrund seiner Zusammensetzung theoretisch ewig haltbar, es wird nicht „schlecht“. In Duftmischung wirkt es „fixierend“, d. h. der Duft hält sich länger auf der Haut oder in Textilien. Daher sollte er auch nur mit Vorsicht eingesetzt werden, denn man riecht ihn noch lange, nachdem alle anderen Parfümnoten längst verschwunden sind. Der Duft mischt sich sehr schön mit Zitrus- und Blütenölen, z. B. 1 Tropfen Patchouli, 2 Rosengeranie und 5 Orange.
Patchouliöl gilt als sehr hautpflegend und kommt u.a. bei Neurodermitis zum Einsatz, z. B. in Form eines Körperöls (mit Nachtkerzenöl) oder eines Bads. Bitte denkt daran, ätherische Öle nie pur in die Badewanne zu tropfen, da sie fettlöslich sind und dann nur obenauf schwimmen. Ihr müsste sie vorher in einem „Emulgator“ vermischen. Dazu könnt Ihr beispielsweise Sahne, Kokosmilch, Salz oder Honig verwenden.
Mein Freund Daniel war letztes Jahr auf den Seychellen und hat sich dort auf die Suche nach diesem besonderen Kraut gemacht. Hier kannst Du seinen Bericht nachlesen.

Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia), in der Aromatherapie auch Lavendel fein genannt, ist nicht nur das wohl vielseitigste und am besten erforschte ätherische Öl, sondern auch eins der beliebtesten – und das völlig zurecht. Die besondere Zusammensetzung aus zahlreiche verschiedenen Stoffen prädestiniert es für allerhand Beschwerden körperlicher und seelischer Natur – auch und ganz besonders für die Hautpflege. Ätherisches Lavendelöl wirkt ausgesprochen hautberuhigend, zellregenerierend, juckreizstillend und wundheilungsfördernd – um nur ein paar der vielen Wirkungen zu nennen. Darüber hinaus kann es in akuten Fällen (z. B. Verbrennungen) punktuell sogar pur angewendet werden. Dabei aber bitte unbedingt auf Herkunft, Qualität, Haltbarkeit und botanische Bezeichnung achten – denn manch ein Lavendelöl entpuppt sich als „billiges“ Lavandinöl (Lavandula intermedia). Das ist zwar auch vielfältig einsetzbar, enthält aber Kampfer und ist daher nicht für Kinder zu empfehlen. Außerdem wirkt es eher anregend, als beruhigend. Der Echte Lavendel wurde übrigens auch zur Arzneipflanze des Jahres 2020 gekürt – wir werden in nächster Zukunft also immer wieder von ihm hören und lesen.

Aus dem Holz der Atlas-Zeder (Cedrus atlantica) wird ein ätherisches Öl destilliert, das reich an sehr spezifischen Sesquiterpenen, Sesquiterpenolen und Sesquiterpenketonen ist. Diese Substanzen sind nicht nur hautfreundlich, sondern wirken auch juckreizstillend und entzündungshemmend. Trockene und vor allem juckende Haut profitiert sehr davon. Auf seelischer Ebene wirkt Zedernöl stärkend, aufrichtend und ermutigend – ganz im Bild der teils tausend Jahre alten mächtigen Bäume. Das ätherische Öl aus der Himalaya-Zeder (Cedrus deodora) ist sehr ähnlich zusammengesetzt und eignet sich gleichermaßen. Es enthält etwas mehr Atlantone und wird explizit bei (allergischen) Hautausschlägen empfohlen. Vorsicht jedoch bei vermeintlichen Zedernölen, die keine sind („Rote Zeder“ z. B.). Wie immer helfen uns hier die botanischen Bezeichnungen. Auch andere Hölzer, wie Rosen-, Linaloe- oder Sandelholz sind besonders hautfreundlich und für pflegende Mischungen geeignet.

Das waren einige ätherische Öle, die ich gerne für die Hautpflege verwende. Natürlich gibt es noch viele weitere.

Und zum Schluss noch ein Rezept für ein…

Hautpflegeöl für (sehr) trockene Haut (100 ml):

50 ml Macadamianussöl
25 ml Ringelblumenöl (Mazerat)
20 ml Jojobaöl
5 ml Sanddornfruchtfleischöl
4 Tr. Himalayazeder
2 Tr. Rosengeranie
4 Tr. Benzoe Siam
6 Tr. Lavendel fein
4 Tr. Karottensamen

Alles nacheinander in eine Glasflasche geben, verschließen und so lange schütteln bis sich alles gut miteinander vermischt hat. Das Öl am besten auf leicht feuchter Haut auftragen, dann zieht es besser ein.

Fette und ätherische Öle für die Hautpflege bekommst Du beispielsweise bei WADI, Aromaris oder Aromapflege®.

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