Pflanzenöle

Pflanzenöle, Teil 1 (oder: Das Herz meiner Kosmetik)

Im März wird es auf meinem Blog und auf Instagram um das Thema Pflanzenöle gehen. Diese machen einen wesentlichen Bestandteil meiner selbstgemachten Naturkosmetik aus und prägen maßgeblich ihre Eigenschaften, wie Konsistenz, Hautgefühl und Wirkung. Pflanzenöle sind deshalb das „Herz meiner Kosmetik“.
Es gibt mittlerweile eine riesige Anzahl verschiedenster heimischer und exotischer Öle zu kaufen – einige davon werde ich Euch im Detail vorstellen und Euch erzählen, warum und wie ich sie verwende. Außerdem verrate ich Euch, von welchen Herstellern ich am liebsten kaufe und worauf es bei der Auswahl und Lagerung zu achten gilt. Auch Rezepte und Buchvorstellungen wird es geben. Wir haben ein paar vollgepackte Wochen vor uns – los geht’s!

Pflanzenöle

Exkurs in die Biochemie

Starten wir zunächst mit ein ganz bisschen Biochemie, damit Ihr ein allgemeines Grundverständnis bekommt und versteht, wovon ich so rede:

  1. Fette, also auch Pflanzenöle zählen zu den sog. Lipiden und sind wasserUNlöslich.
  2. Fette sind Energie – ca. 9 kcal/g um genau zu sein. Sie dienen allen Lebenwesen als Energiespeicher „für schlechte Zeiten“.
  3. Sie enthalten neben Fettmolekülen auch freie Fettsäuren und Fettbegleitstoffe, wie Vitamine, Phytosterole oder Lecithin.
  4. In Fetten sind je drei Fettsäuren an ein Glycerinmolekül gebunden – man spricht daher auch von Triglyceriden.
  5. Sie kommen auch natürlicherweise in unserer Haut vor und schützen diese z. B. vor übermäßigem Feuchtigkeitsverlust. Sie werden als „Kittsubstanz“ in die Barriereschicht eingebaut und die am häufigsten vorkommenden Fettsäuren sind Palmitin-, Öl- und Linolsäure. Diese finden sich in (fast) allen Pflanzenölen in unterschiedlichen Mengen wieder. Daher sind Pflanzenöle auch so herrlich für die Hautpflege (ganz anders als Mineralöle – aber dazu später mehr…).
  6. Die Fettsäuren bestimmen das „Profil“ eines Öls (Schmelzpunkt, Fließeigenschaft, Haltbarkeit, Hautgefühl, Wirkung…). Man kennt ca. 200 (!) verschieden Fettsäuren, die sich in Kettenlänge und Sättigungsgrad unterscheiden. Von einigen habt Ihr bestimmt schon mal den Namen gehört (Ölsäure, Linolsäure, alpha-Linolensäure…). Grundsätzlich könnt Ihr Euch merken:
    → gesättigte Fettsäuren = fest, lange haltbar, eher fettend und schützend auf der Haut (z. B. Stearinsäure in der Sheabutter)
    → einfach ungesättigte Fettsäuren = flüssig, mäßig haltbar, leicht schützend (z. B. Ölsäure im Mandelöl)
    → mehrfach ungesättigte Fettsäuren = flüssig, schnell verderblich, trockenes Hautgefühl (z. B. Linolsäure im Traubenkernöl oder alpha-Linolensäure im Hagebuttenkernöl)

Pflanzenöle in der Hautpflege

Wie eingangs erwähnt verwende ich Pflanzenöle für mein Leben gern in der Hautpflege – entweder in Seren, Cremes und Lotions oder pur als Gesichts- bzw. Körperöl.

Wenn Ihr ein Öl pur verwenden wollt, dann solltet Ihr dabei folgendes unbedingt beachten:

  1. Wählt ein auf Eure Hautbedürfnisse abgestimmtes Öl bzw. eine Mischung verschiedener Öle. Je nach ihrer Zusammensetzung aus Fettsäuren und Fettbegleitstoffen haben alle Öle ganz unterschiedliche Eigenschaften. Nicht jedes Öl ist für jede Haut gleichermaßen geeignet. Lest Euch Beschreibungen (z. B. auf Olionatura oder in Büchern) durch und probiert aus.
  2. Tragt Öle immer auf feuchter Haut auf, z. B. nach dem Duschen oder nach Verwendung eines Gesichtswassers (pure Hydrolate sind auch super). Hintergrund ist, dass die hauteigenen Emulgatoren und Enzyme etwas Wasser brauchen, um das Fett in die Haut aufzunehmen und zu verstoffwechseln. Führen wir kein Wasser von außen zu, wird es aus den obersten Hautschichten entnommen. Langfristig kann dies zu trockener Haut führen (und das wollen wir ja nicht, ne?).
  3. Empfindliche Öle mit vielen mehrfach ungesättigten Fettsäuren bitte nur zur Nacht verwenden, da sie tagsüber dem Sonnenlicht ausgesetzt wären und auf der Haut oxidieren können. Die so entstehenden Peroxide wirken potenziell reizend.
  4. Pflanzenöle aus dem Speiseölregal sind ebenso für die Körperpflege geeignet wie solche aus dem Kosmetikregal. Letztere sind einfach aufgrund der höheren Mehrwertsteuer und der extra Zertifizierung etwas teurer. Seriöse Anbieter lassen ihre Öle sowieso im Labor auf Schadstoffe, Peroxide und Inhaltsstoffe untersuchen.

Bald geht’s weiter mit Teil 2…

Pflanzenöle

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