Natürlich gepflegte Haut im Herbst: Unreinheiten

Wenn es draußen kälter, windiger und feuchter wird, merken die meisten von uns die Veränderungen auch an ihrer Haut. Sie fühlt sich bisweilen trocken, rau oder strapaziert an. Die warme, aber trockene Heizungsluft tut ihr übriges. Genau jetzt wird es besonders wichtig, die Haut gut zu pflegen und zu schützen und ihr das zu geben, was sie am meisten braucht: Feuchtigkeit.

Aber wie gelingt das am besten, was muss man dazu wissen und welche Tipps oder Tricks gibt es?

Auf Instagram hatte ich eine Umfrage gemacht, bei der heraus gekommen war, dass 53 % meiner Follower mit Unreinheiten zu kämpfen haben und 28 % von trockener Haut betroffen sind. Also habe ich mich dazu entschlossen, mich im Herbst gezielt diesen Themen zu widmen. Fangen wir mit den Unreinheiten an.

Was sind Hautunreinheiten und wie entstehen sie?

Auch Komedone oder „Mitesser“ genannt, entstehen Unreinheiten meist durch eine übermäßige Talgproduktion einerseits und sich schlecht lösende Hornzellen andererseits. Ein Gemisch aus beidem kann sich in den Poren festsetzen und sie verstopfen. Dann entstehen entweder „offene Komedone“, die als kleine dunkle Punkte zu sehen sind, oder „geschlossene Komedone“, die weiß erscheinen und sich nicht so ohne weiteres lösen lassen. Sie können auch eine Vorstufe von Akne darstellen, wenn die entsprechende Disposition gegeben ist. Durch die Verstopfung der Poren vermehren sich dort Bakterien, die entzündungsfördernde Stoffe produzieren, wodurch auch das umliegende Gewebe angegriffen wird. Die entstehenden Pickel sind nicht nur optisch unangenehmen, sondern tun mitunter auch weh.

Die Ursachen für Hautunreinheiten können vielfältig und bei jedem unterschiedlich sein:
→ Überaktivität der Talgdrüsen (genetisch bedingt),
→ hormonelles Ungleichgewicht (z.B. während der Periode),
→ falsche Ernährung (zu viele einfache Kohlenhydrate),
→ unpassende Hautpflege (zu viel Fett und zu wenig Feuchtigkeit!),
→ Schmutz und Bakterien,
→ Psyche bzw. Stress.

Meistens ist es eine Mischung aus mehreren Faktoren und es lohnt sich, genauer hinzuschauen und sich nicht vorschnell auf einen „Übeltäter“ zu fokussieren.

Weintraube (Vitis vinifera)

Wie sollte die Pflege bei unreiner Haut aussehen?

1) Reinigung

Reinigung ist das A und O bei unreiner Haut. Ich empfehle ein fettfreies Gel oder Schaum mit milden Tensiden, welche die Haut von Schmutz und überschüssigem Talg befreien, ohne sie dabei zu stark zu entfetten. Auf aggressive Reinigung sollte man verzichten, denn die Haut würde noch mehr Talg produzieren, um den Mangel auszugleichen – ein Teufelskreis. Abends ist Reinigung Pflicht, morgens reicht eventuell auch warmes, nicht zu heißes Wasser. Zum Abschminken kann ein sanftes 2-Phasen-Mizellenwasser verwendet werden.
Merke! Erst abschminken, dann reinigen.

2) Toner

Nach der Reinigung sollte ein desinfizierendes, klärendes und hautberuhigendes Gesichtswasser („Toner“) benutzt werden, um alle Reste von der Reinigung zu entfernen, den pH-Wert der Haut wieder herzustellen und sie auf die anschließende Pflege vorzubereiten. Eine geringe Menge Alkohol im sowie bestimmte Pflanzenextrakte sind vorteilhaft. Auch reine Hydrolate (Pflanzenwässer) eignen sich gut zur Tonisierung der Haut, da sie von Natur aus einen leicht sauren pH-Wert aufweisen und Inhaltsstoffe der jeweiligen Pflanze enthalten.
Profi-Tipp! Hamameliswasser ist ein Alleskönner bei fettiger und unreiner Haut.

3) Cremegel oder Fluid

Anschließend kann man sparsam ein Pflegeprodukt in Form eines leichten Cremegels oder Fluids auftragen. Dieses enthält idealerweise feuchtigkeitsspendende, talgregulierende, entzündungshemmende und mattierende Zutaten, wie Nicotinamid, Hyaluronsäure, Aloe Vera, Pflanzenextrakte und linolsäurereiche Öle. Ebenfalls sehr bewährt hat sich Harnstoff (Urea), der nicht nur die Feuchtigkeit länger in der Haut hält, sondern gleichzeitig auch Verhornungen sanft löst (= keratolytisch wirkt). So haben Mitesser und Pickel keine Chance mehr.
Achte mal drauf! Viele Marken führen mittlerweile auch Pflegeserien für fette und unreine Haut.

4) Ölmischung (abends)

Bei fettiger und unreiner Haut ganz auf Öl zu verzichten, wäre falsch. Es kommt vielmehr auf die Menge und die Auswahl der Öle an. Besonders empehlenswert sind linolsäurereiche Öle, wie Traubenkern– oder Distelöl, am besten gemischt mit Jojobaöl, welches gut die Feuchtigkeit in der Haut hält. Dazu noch etwas Hagebuttenkern-, Hanf- oder Sacha-Inchi-Öl, denn diese sind reich an alpha-Linolensäure (Omega 3) und wirken regenerierend und beruhigend. Wichtig ist, das Öl auf die noch feuchte Haut aufzutragen, damit sie es besser aufnehmen kann.
Aha! Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind lichtempfindlich, daher lieber abends verwenden.

5) Maske oder Peeling

Je nach Hautzustand kann 1-2 Mal pro Woche eine Maske und/oder ein sanftes Peeling erfolgen. Zucker, Salz oder Kaffee sind zu aggressiv fürs Gesicht, ich empfehle feine Tonerde. Die kann man im Drogeriemarkt kaufen und im Verhältnis 1:1 mit einem Hydrolat oder Wasser mischen, sodass ein dünner, streichfähiger Brei entsteht. Die Haut reinigen, die Maske 10-15 Min. einwirken lassen und mit reichlich lauwarmem Wasser abnehmen. Dabei entsteht auch ein leichter Peeling-Effekt. Zum Schluss wie gewohnt toniseren und pflegen (Cremegel bzw. Fluid oder Öl).
Mein Tipp! Vor der Maske ein Gesichtsdampfbad mit einem Teeaufguss machen (z. B. Kamille oder Thymian).

Thymian (Thymus vulgaris)

Ich persönlich würde übrigens unabhängig vom Hauttyp IMMER zu Naturkosmetik greifen, denn die ist meist deutlich verträglicher und enthält keine kritischen Inhaltsstoffe, wie Parabene (hormonell wirksam), PEGs (machen die Haut durchlässiger), chemische Duft- und Konservierungsstoffe (Allergene!) oder Mineralöle bzw. Silikone (dichten die Haut ab und nähren sie nicht). Außerdem ist sie umweltverträglicher und wird nicht an Tieren getestet. Mittlerweile gibt es preisgünstige Produkte im Bio- oder Drogeriemarkt, Geld kann also keine Ausrede sein.

Du hast mit trockener Haut zu kämpfen? Dann lies HIER weiter.

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