Das Mikroplastik-Problem

Umweltschutz und Müllvermeidung sind in aller Munde. In diesem Zusammenhang taucht auch immer wieder das Thema Mikroplastik auf. Aber was ist Mikroplastik eigentlich?
Der BUND schreibt dazu: „Als Mikroplastik werden feste und unlösliche synthetische Polymere (Kunststoffe) bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind.“

Es handelt sich bei Mikroplastik also um kleinste Plastikpartikel, die z. B. als Schleifkörper in Zahnpasta und Körper-Peelings verwendet werden. Oder als Bindemittel und Füllstoffe in anderen Produkten, wie Bodylotion, Duschgel oder Hairstylingprodukten. Sie verbergen sich hinter Namen wie „Acrylate Copolymer“ und „Polyurethane“. Auch Waschmittel enthalten manchmal Mikroplastik.
Wenn es für solche Zwecke von den Herstellern in Produkten verwendet wird, nennt man es auch „primäres Mikroplastik“. „Sekundäres Mikroplastik“ entsteht eher als Abfall, z. B. durch den Abrieb und die Zersetzung größerer Kunststoffpartikel (Plastiktüten, Flaschen, To-Go-Becher, Strohhalme, Autoreifen…).

Was genau ist nun das Problem mit diesem Mikroplastik?

1. Mikroplastik wird aus der knappen und nicht-erneuerbaren Ressource Erdöl gewonnen, bei deren Gewinnung und Verarbeitung viel CO2 und Schadstoffe in die Umwelt abgegeben werden.
2. Es ist nicht biologisch abbaubar, d. h. es kann von Organismen (und Mikroorganismen) nicht verstoffwechselt werden. Dadurch reichert es sich in der Umwelt an.
3. Durch seinen synthetischen Ursprung stört es empfindlich die Kreisläufe in der Natur. Es ist dort ein Fremdkörper.
4. Aufgrund der geringen Größe können die Kläranlagen die Partikel nur bedingt herausfiltern. So gelangen sie über das Abwasser ins Meer. 
5. Es sind teilweise andere (bedenkliche) Stoffe ans Mikroplastik gebunden. Darüber hinaus wirkt es im Wasser wie ein Magnet auf Giftstoffe. Wird es nun beispielsweise von Fischen verschluckt, nehmen diese auch die Giftstoffe mit auf und scheiden sie mitunter nicht mehr aus, sondern reichern sie in ihrem Körper an.

Und wir Menschen?

Wenn wir nun Meerestiere (Fische, Muscheln…) essen, kommt das Mikroplastik (samt Umweltgiften) zurück zu uns und reichert sich in unserem Körper an, der damit jedoch nichts anfangen kann. Auch über das Wasser und die Kosmetikprodukte nehmen wir es auf. Langfristige Folgen sind nicht bekannt, aber mir schwant nichts Gutes… 

In England ist der Einsatz von Mikroplastik in manchen Produkten deshalb seit letztem Jahr verboten. Ein guter und wichtiger Schritt und ich hoffe sehr, dass andere Länder bald nachziehen. Denn solche Umweltverschmutzungen sind unwiderruflich und eine sehr langfristige Belastung mit nicht absehbaren Folgen. Mittlerweile hat man Mikroplastik sogar im Schnee der Antarktis gefunden – irgendwie gruselig, oder?

Was kannst Du tun?

Nun, neben allgemeiner Müllreduzierung und der Vermeidung von Plastiktüten, To-Go-Bechern etc., kann man auch bei seinen Kosmetikprodukten darauf achten, solche ohne Mikroplastik zu kaufen. Wer da ganz sicher gehen will greift einfach zu zertifizierter Naturkosmetik. Die zeigt nämlich, dass es sehr wohl auch ohne Mikroplastik geht. Oder man informiert sich direkt beim Hersteller. Außerdem kann man sich der App CodeCheck bedienen, die alle Inhaltsstoffe gut verständlich auflistet und auf Mikroplastik hinweist. Sehr informativ ist auch diese Broschüre des BUND (externer Link).

Zum Thema Plastik(-verpackungen) und „Zero waste“ werde ich beizeiten nochmal einen gesonderten Blogartikel schreiben. Mir war es erst einmal wichtig Euch auf das Thema aufmerksam zu machen und ein Bewusstsein für die Auswirkungen unseren Konsumverhaltens zu schaffen. Denn anhand von Mikroplastik wird deutlich, dass auch Kleines große Effekte haben kann. Im Negativen wie im Positiven. Soll heißen: jede*r Einzelne kann Etwas dazu beitragen, die Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu schützen.

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