Die Rose – eine Liebesgeschichte

Bei der Frage nach meinem Lieblingsduft musste ich lange überlegen und es fiel mir schwer, eine Entscheidung zu treffen. Aber die Rose (Rosa damascena) ist definitiv ganz vorne mit dabei. Ihr Duft ist für mich so rund, vollkommen, harmonisch und einhüllend, wie kaum ein anderer. Sie wird nicht umsonst als „Königin der Blumen“ bezeichnet – lieblich und doch kraftvoll zieren die Blüten den dornigen Busch. Das ätherische Öl gibt sie nur sparsam frei und es ist daher eine wahre Kostbarkeit: ein Liter kosten auf dem Weltmarkt bis zu 10.000 €! Deshalb wird es uns Endvebraucher*innen i. d. R. auch milliliterweise oder vorverdünnt (z. B. 10 %ig in Bio-Alkohol) angeboten. Es ist dann zumindest halbwegs erschwinglich, wobei man für ein gutes Öl auch zwischen 40 und 60 € pro Milliliter ausgeben muss.

Rosenblüten im Morgengrauen

Ein kostbarer Duft
Der hohe Preis kommt von der sehr aufwändigen Ernte und den benötigten Mengen. Die Blüten müssen im Morgengrauen per Hand gepflückt werden und man benötigt zwischen 3 und 5 Tonnen für einen Liter reinen ätherischen Rosenöls (zum Vergleich: für Lavendel reichen ca. 120 kg). Ihr merkt schon, wir haben es mit einem sehr edlen Rohstoff zu tun, der sparsam verwendet werden will.
Bei besonderen Anlässen, wie Hochzeitstagen oder Geburten darf es schon aber mal ein Tropfen reines Rosenöl sein, z. B. in Mandelöl verdünnt für eine kleine Massage. Der Duft ist so intensiv und komplex (man kennt ca. 400 chemische Verbindungen), das er für sich alleine stehen und überzeugen kann.
Ätherisches Rosenöl hat ein breites Wirkspektrum, darunter körperliche Anwendungen bei Bakterien, Viren und Pilzen, Herzbeschwerden und Hautproblemen. Für mich liegt der Fokus jedoch auf der psychischen Ebene, wo das Rosenöl – wie alle Blütenöle – wie ein „Herzöffner“ wirkt: es harmonisiert, beruhigt, macht leicht und frei, verbindet uns mit unseren Gefühlen und mit anderen Menschen. In dem Duft fühle ich mich heimisch, sicher und geborgen, er hat für mich etwas sehr mütterlich-liebevolles.

Duft-Rosen

Rosenöl ist nicht gleich Rosenöl
Wer sich bei den Anbietern nach ätherischem Rosenöl umschaut, wird schnell feststellen, dass sie oft mehrere verschiedene Produkte im Angebot haben. Hier lohnt ein Blick auf die botanische Bezeichnung, das Gewinnungsverfahren und das Herkunftsland. Denn all diese Faktoren haben z. T. erheblichen Einfluss auf die Zusammensetzung und damit auch den Duft und die Wirkung des Öls.

Man unterscheidet zunächst zwischen ätherischem Rosenöl, das mittels Wasserdampfdestillation gewonnen wird und Rosenabsolue, das mit einem Lösungsmittel (i. d. R. Hexan) aus den Blüten extrahiert wird. Im Absolue sind alle flüchtigen Bestandteile der Rosenblüten enthalten, darunter vor allem aromatische Alkohole, wie Phenyletylalkohol (ca. 60 %). Auf diesen geht auch der leicht berauschende und schmerzstillende Effekt zurück. Im Destillat hingegen ist dieser Stoff kaum enthalten. Es besteht zu einem Großteil aus den Monoterpenolen Citronellol und Geraniol, die den typischen Rosenduft ausmachen. Es duftet sehr blumig, elegant und etwas frisch. Das Rosenabsolue wiederum wird als der authentischere Rosenduft bezeichnet: lieblich, süß, warm, intensiv und voll. Es lohnt sich, zu vergleichen.

Damaszener-Rose (Rosa damascena)

In der Regel werden beide „Öle“ aus der Damaszener-Rose (Rosa damascena) gewonnen, es gibt jedoch auch welche aus Rosa centifolia („Mai-Rose“), Rosa gallicaRosa alba und Rosa bourboniana. Diese weisen wieder andere Duftprofile und Inhaltsstoffe auf. Maienfelser hat ein ganzes Arsenal an Rosenölen und -absolues.

Bei den Herkunftsländern dürfen dann gerne die Nase und die persönliche Vorliebe entscheiden, denn die Anwendungsbereiche sind die gleichen. Das meiste Rosenöl kommt aus Bulgarien, denn dort befindet sich eins der Hauptanbaugebiete. Ich persönlich finde es auch am schönsten, denn es hat meiner Meinung nach ein noch volleres und blumigeres Aroma als andere Rosenöle. Rosenöl aus der Türkei riecht etwas weniger intensiv, solches aus Persien bzw. Afghanistan hat eine eher würzige Beinote.

Auf der nächsten Seite stelle ich Euch noch eine persönliche Duftmischung mit Rosenöl vor, die ich vor einiger Zeit für mich entwickelt habe.

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