Die wundersame Kraft der Bäume

Waldkiefer (Pinus sylvestris)

Dieses Jahr habe ich die ätherischen Öle der Bäume für mich neu entdeckt – vielleicht kein Zufall bei meinem neuen Weg in die Selbständigkeit, auf dem ich Kraft und Klarheit gut gebrauchen kann…

Aber wie können aus Bäumen ätherische Öle hergestellt werden?

Bei den Kiefern, Tannen, Fichten, Lärchen usw. werden die Zweige und Nadeln destilliert. Das in ihnen befindliche ätherische Öl ist reich an sog. Monoterpenen (= kleine Duftmoleküle, die leicht und flüchtig sind) und riecht frisch, hell und würzig bis harzig. Es dient den Bäumen zum Schutz vor Bakterien, Pilzen und Insekten, aber auch vor starker Sonnenstrahlung und Hitze sowie bei Verletzungen. Bei der Zeder hingegen wird das Holz destilliert. Ihr ätherisches Öl hat daher andere Inhaltsstoffe (vor allem entspannende Sesquiterperne…) und riecht ganz anders, nämlich warm, weich und balsamisch. Im Gegensatz zu den Ölen aus Nadeln ist es auch deutlich länger haltbar (10 Jahre und mehr). Daneben gibt es noch ätherische Öle von anderen, exotischen Bäumen, wie Eukalyptus, Teebaum usw., die jedoch zu den Myrtengewächsen (Myrtaceae) gehören. Ich widme mich in diesem Beitrag den heimischen Nadelbäumen, auch Kieferngewächse (Pinaceae) genannt.

Europäische Lärche (Larix decidua)

Was ist das besondere an den Baumölen?

Typische Einsatzgebiete der ätherischen Baumöle sind Erkältungen, Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie die Verbesserung der Raumluft. Aber auch psychisch sind sie z. T. stark wirksam. Allen gemeinsam ist, dass sie ein Gefühl von Stärke und Klarheit vermitteln – man stelle sich nur die mächtigen Bäume vor, von denen manche mehrere Hundert bis Tausend Jahre alt werden können! Mich motivieren und inspirieren solche Gedanken, wenn ich mich mal klein und schwach fühle. Bäume vermitteln mir ein gewisses Gefühl von Geborgenheit und Schutz, denn sie sind groß und standhaft.

Zirbelkiefer (Pinus cembra)

Sehr bekannt und beliebt ist das ätherische Öl der Zirbelkiefer (‚Pinus cembra‘), auch „Zirbe“ genannt. Man hat herausgefunden, dass die flüchtigen Substanzen, die dem Holz entströmen die Herzfrequenz regulieren und so die Schlafqualität fördern. Daher schläft es sich in Räumen, die mit Zirbenholz ausgekleidet sind, wohl besonders friedlich. Das ätherische Öl aus den Nadeln wirkt vergleichbar. Zuhause kannst Du einfach Dein Schlafzimmer damit beduften, wahlweise auch in Kombination mit anderen entspannenden Ölen, wie Lavendel fein, Mandarine rot und/oder Vanille.

Schwarzkiefer (Pinus nigra)

Ein ganz besonderes ätherisches Baumöl, das ich kürzlich für mich entdeckt habe und schon sehr liebe, ist das der Lariciokiefer (Pinus nigra subsp. laricio), eine Unterart der Schwarzkiefer. Die Lariciokiefer – nicht zu verwechseln mit der Latschenkiefer – wächst auf Korsika und ihre Äste werden dort auf einer Höhe von 1.200 m wild gesammelt, um Vermischungen mit anderen Kiefernarten auszuschließen, die so weit oben nicht mehr wachsen. Das ätherische Öl hat dadurch eine besondere Zusammensetzung, die es von anderen Nadelölen unterscheidet. Es duftet sanft, frisch und fast ein wenig blumig. Mein Öl habe ich letztes Jahr direkt beim Destillateur Essences Naturelles Corses bestellt. Primavera führt es mittlerweile auch. Ein Spezialist für ätherische Baumöle ist der Hersteller Bergila.

Das Lariciokiefernöl sowie 14 weitere Baumöle finden sich übrigens auch in dem Buch Waldmedizin (Link zu buch7) von Anusati Thumm und Maria M. Kettenring (bei der ich letztes Jahr auch ein Seminar besucht habe), das ich euch mit einem riesengroßen Dankeschön an den JOY Verlag vorstellen darf (gesponserte Werbung). Es ist ein Fachbuch, das sich exklusiv mit den ätherischen Ölen von 15 verschiedenen Bäumen befasst, darunter Fichte, Kiefer, Tanne und Zeder. Neben einer Beschreibung des jeweiligen Baums und des aus ihm gewonnenen ätherischen Öls, gibt es eine Vielzahl an Rezepten für einfache Duftmischungen zum Nachmachen sowie Anleitungen für kleine Waldmeditationen. Besonders interessant fand ich die geschichtlichen Hintergründe und wie wir Menschen jahrtausendelang eng verbunden und im Einklang mit dem Wald gelebt haben. Das ist uns heute leider etwas verloren gegangen… Mittlerweile wird (von Japan ausgehend) wieder zur Heilkraft der Wälder geforscht. Es gibt bereits Studien und Untersuchungen, welche die positiven Effekte der Waldluft auf unseren Organismus und unsere Psyche belegen. Vielleicht wird es mal wieder Zeit für einen Waldspaziergang…

Weißtanne (Abies alba)

Ätherische Baumöle lassen sich übrigens auch hervorragend zur Prophylaxe und Linderung von Heuschnupfen anwenden. Lies im nächsten Beitrag mehr darüber.

Und zum Schluss noch mein Geheimtipp für alle, die überlegen, sich ein ätherisches Baumöl zuzulegen: die Douglasfichte (Pseudotsuga menziesii) riecht überraschend nach Zitrone und Orange und wird auch von Menschen gemocht, denen andere Öle zu „waldig“ sind.

 

(Ich erhalte beim Klick auf die Links übrigens keine Provision oder Prozente.)