Sonnenschutz

Der Frühling ist voll da und wir hatten schon sommerliche Temperaturen in vielen Teilen Deutschlands, sodass auch das Thema Sonnenschutz wieder relevant wird. Mittlerweile dürfte jeder und jedem bekannt sein, wie wichtig es ist, die Haut vor zu viel Sonneneinstrahlung zu schützen – idealerweise durch geeignete Bekleidung/Kopfbedeckung sowie Aufenthalte im Schatten. Sonnenbaden ist nicht wirklich gesund. Aber nach einem langen Winter lasse ich mir auch gerne mal die Sonne ins Gesicht scheinen, verbringe einen Tag am Strand oder grille abends draußen mit Freunden. Für solche Fälle ist es gut, einen zusätzlichen Schutz in Form von Sonnencreme zu haben.
Nur welche ist empfehlenswert? Und warum? Worauf sollte man achten? Und: kann man das nicht auch einfach selber machen? Antworten auf diese und andere Fragen gibt’s hier.

Worauf achte ich beim Kauf von Sonnencreme? Nun, im Idealfall sollte es Naturkosmetik sein, denn diese ist grundsätzlich FREI VON Mineralölen, Silikonen, Parabenen, PEGs und chemischen UV-Filtern, wie Octocrylene. Letztere sind zwar sehr zuverlässig, aber einige von ihnen stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Daher versuche ich, sie zu meiden. Zwar ist Sonnenschutz i.d.R. kein Produkt, dass wir ständig und ganze Jahr über verwenden; daher gehe ich bei normalem Gebrauch von einem geringen Gesundheitsrisiko aus. Wie immer macht die Dosis das Gift und Kosmetika sind in Deutschland sehr streng kontrolliert.
In Naturkosmetik hingegen werden nur sog. mineralische Pigmente (Zinkoxid und Titandioxid) verwendet, die als physikalische UV-Filter fungieren. Die Pigmente reflektieren das Sonnenlicht und schützen so die Haut. Allerdings sind sie meist als weißlicher Film sichtbar, was vielen Verbraucher*innen stört (mich eingeschlossen).

Welche Lösung(en) gibt es? Um das Weißeln zu minimieren, kommen in Naturkosmetik manchmal mikroskopisch kleine Nanopartikel zum Einsatz, die zwar nicht weißeln, möglicherweise aber durch die Haut in den Körper gelangen können, wo sie sich anreichern. Die Forschung dazu steckt leider noch in den Kinderschuhen, aber ich bin da vorsichtig. Insbesondere verletzte oder barrieregestörte Haut (auch bei Neurodermitis) ist empfindlich für solche Stoffe, ebenso Säuglinge und Kleinkinder. Hier würde ich konsequent auf Naturkosmetik setzen, um den kleinen Organismus nicht unnötig zu belasten.
Ihr erkennt Nanopartikel an dem Zusatz „nano“ hinter dem mineralischen Pigment in der Sonnencreme (s. Bild).
Zum Glück gibt es mittlerweile moderne Pigmente, die zwar sehr kleine Partikel enthalten, deren Größe jedoch nicht im Nanobereich liegt. Sie weißeln kaum und bieten einen zuverlässigen Schutz. Nach Produkten mit ebensolchen habe ich Ausschau gehalten.

Warum nicht einfach selber machen? Als Selbstrührer habe ich mir natürlich irgendwann auch die Frage gestellt: warum die Sonnencreme nicht einfach selber machen? Es gibt Rezepturen in Büchern, auf Websites und als Videos, manche sogar nur mit reinen Pflanzenölen, die angeblich einen natürlichen Lichtschutzfaktor besitzen sollen (Kokosöl, Sesamöl…). Diese Informationen sind falsch, auch wenn sie sich leider weiterhin verbreiten.
Sowieso ist das mit dem Selbermachen von Sonnenschutz nicht so einfach. Denn obwohl es mittlerweile mikrofeines, nicht-nano Zinkoxid und Titandioxid sowie vorgefertigte Mischungen in den Onlineshops für Kosmetikrohstoffe zu kaufen gibt, kann ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln keine gleichmäßige Verteilung der Pigmente im Endprodukt gewährleisten. Für die Anwendung auf der Haut würde dies bedeuten, eventuell nicht ausreichend geschützt zu sein. Dieses Risiko möchte ich nicht (mehr) eingehen. Ein paar Mal hat es tatsächlich funktioniert, aber letztes Jahr habe ich mir damit einen Sonnenbrand eingefangen. Insofern ist das Thema erstmal auf Eis gelegt, bis sich neue Möglichkeiten für uns Selbstrüher*innen auftun. Da muss ich leider alle enttäuschen, die Hoffnungen gehegt hatten…

Zum Glück gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Naturkosmetik-Produkten. Die meisten von ihnen weißeln zwar nach wie vor und/oder enthalten Nano-Partikel, aber ich habe ein paar gefunden, die mich durchaus zufrieden stellen und die ich Euch hier näher vorstelle. Viel Spaß beim Lesen!