Die richtige Hautpflege finden (Teil 1)

Aus den Regalen der Drogeriemärkte schreit uns eine schier unüberschaubare Vielfalt an Kosmetikprodukten an, die allesamt eine noch schönere, glattere, ebenmäßigere, reinere, jüngere… usw. Haut versprechen (Naturkosmetik nicht ausgenommen). Wie soll man da nur das richtige für sich finden?!

Zudem sind die Produkte meist mit Bezeichnungen wie „für Mischhaut“ oder „für normale Haut“ versehen. Es scheint also verschiedene Arten von Haut zu geben… Richtiger wäre jedoch, von Hauttypen und Hautzuständen zu sprechen. Das hilft uns bei der Orientierung. Ich möchte sie Dir zunächst kurz vorstellen:

Die Hauttypen

1. Die normale Haut mit ausgewogenem Fett- und Feuchtigkeitsgehalt.
2. Die trockene Haut mit vermindertem Fett- und Feuchtigkeitsgehalt.
3. Die fette Haut (im Fachjargon „Seborrhoea oleosa“) mit erhöhtem Fett- und Feuchtigkeitsgehalt.
4. Die fette, aber feuchtigkeitsarme Haut („Seborrhoea sicca“) mit erhöhtem Fett- und vermindertem Feuchtigkeitsgehalt.

Der Hauttyp wird maßgeblich vom Gehalt an Fett (= Talg) und Feuchtigkeit (= Schweiß) in bzw. auf der Haut bestimmt. Dieser kann sich im Laufe des Lebens verändern. Kinder z. B. haben meist eine normale, Jugendliche und Erwachsene eher eine trockene oder fette Haut. Mit dem Alter wird sie tendenziell trockener, denn die Stoffwechselvorgänge verlangsamen. Talg- und Schweißproduktion lassen nach, die Feuchtigkeit verdunstet schneller, das Bindegewebe erschlafft; die Haut wird blasser und dünner und die ersten Falten entstehen.

Darüber hinaus kann die Haut im Laufe des Lebens verschiedene Zustände aufweisen, die durch innere und äußere Einflüsse entstehen können (Umwelt, Ernährung, Pflege, Alter, Stress…).

Die Hautzustände

1.  Die sensible Haut reagiert stark auf äußere und innere Reize, z. B. mit Rötungen, Flecken, Juckreiz, Brennen…
2. Die sehr trockene Haut, bei der die Hautbarriere gestört ist, d. h. die Schutzschicht der Haut ist „wie offen“, Feuchtigkeit verdunstet sehr schnell und Stoffe und Keime von außen dringen leicht ein.
3. Die unreine Haut mit Neigung zu Mitessern und Pickeln, sie geht i. d. R. aus fetter Haut hervor.
4. Die reife Haut, die wir alle irgendwann einmal haben werden. Ich situiere sie so gegen 50, aber die Hautalterung beginnt schon ungefähr mit 30. Je nach genetischer Veranlagung und Pflege bzw. Vernachlässigung kann diese langsamer oder schneller voranschreiten.

Für die Wahl der richtigen Pflege werden wir uns zunächst am HautTYP orientieren und anschließend noch mögliche Hautzustände berücksichtigen. Grundsätzlich geht es immer darum, den Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut wieder auszugleichen. So braucht eine trockene Haut Feuchtigkeit und Fett in Form einer Creme, wo hingegen eine fette Haut vor allem gut gereinigt und nur sparsam gepflegt werden muss.

Aber der Reihe nach.

Denn bevor Du die richtige Pflege findest, musst Du natürlich erst einmal herausfinden, welchen Hauttyp Du überhaupt hast. Dazu gebe ich Dir hier eine kleine Anleitung. Und noch ein wichtiger Hinweis vorab: Du hast wahrscheinlich nicht überall im Gesicht den gleichen Hauttyp. Das ist ganz normal. Daher werden wir den Test an vier verschiedenen Stellen wiederholen.

Test zur Bestimmung des Hauttyps*

1. Die Haut gründlich reinigen und im Anschluss NICHT eincremen oder befeuchten. Ganz wichtig, denn wir wollen die Haut ja in ihrem Normalzustand bestimmen!
2. Eine Stunde warten.
3. Nimm ein DINA4-Blatt quer und notiere oben nebeneinander die Begriffe „Stirn“, „Nase“, „Wange“ und „Kinn“. Nun rollst Du je ein sauberes Trinkglas über die jeweilige Hautpartie und stellst es an die entsprechende Stelle auf dem Blatt, Hautabdruck zu Dir zeigend.
4. Auf den Gläsern können Fettschlieren (= Talg, s. Bild) und/oder glitzernde Wassertröpfchen (= Schweiß) zu sehen sein. Vergleiche die Gläser: wo siehst Du jeweils mehr davon, wo weniger und wo gar keine? Notiere Deine Ergebnisse.
5. Um den Hauttyp in jeder Gesichtspartie zu bestimmen, orientiere Dich einfach an meiner Beschreibung oben.

Hier erfährst Du mehr über die Pflege der verschiedenen Hauttypen (und -zustände).

* Ein großes Dankeschön geht an Martina Gräf, die mir freundlicherweise erlaubt hat, den von ihr entwickelten Test als Grundlage zu benutzen!

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