Aufbau und Funktion der Haut

Damit wir verstehen, wie Hautpflege und Kosmetik überhaupt funktionieren, ist es wichtig, die Haut (als unser größtes Organ!) näher kennen zu lernen.

Die Haut ist wortwörtlich unsere „Oberfläche“, an der sich jeder Kontakt und jeder Austausch mit der Umwelt abspielt. Gleichzeitig grenzt sie uns von der Außenwelt ab und schützt unser Inneres. Ihre Hauptfunktionen sind also Kontakt und Schutz.

Wie ihr in der Grafik sehen könnt, besteht die Haut aus drei Schichten (von außen nach innen):
1. Die Epidermis (Oberhaut), ein sog. Epithelgewebe. Sie dient dem Schutz der darunter liegenden Schichten und bildet quasi die „Hülle“ unseres Körpers.
2. Die Dermis (Lederhaut), vorwiegend Bindegewebe, in dem kleinste Blutkapillaren, Talg- und Schweißdrüsen, Haarwurzeln und Nerven eingebettet sind. Hier wird alles gemessen und reguliert: Temperatur, Feuchtigkeit, Berührungen, Schmerzen…
3. Die Subcutis (Unterhaut), die hauptsächlich aus Fettzellen, Bindegewebe sowie größeren Blutgefäßen und Nerven besteht. Sie schützt uns z. B. vor Druck und Unterkühlung.

Wenn wir uns nun mit der Wirkung von Pflegekosmetik befassen, ist besonders die oberste Schicht, die Epidermis, interessant für uns (tiefer dringen Wirkstoffe nämlich auch gar nicht ein, so viel sei schon mal verraten…). Und auch wenn diese Schicht an den meisten Körperstellen nur 0,03-0,05 (!) mm dick ist, passiert hier ziemlich viel: es entstehen neue Zellen, alte werden abgestoßen, es gibt die Hornschicht…

Aber der Reihe nach. In der Epidermins werden zunächst folgende Schichten unterschieden (von außen nach innen):

1. Die Hornschicht (Stratum corneum), um die sich hier alles dreht. Sie besteht aus „toten“ Hautzellen, auch Korneozyten genannt, die eine dichte Schutzschicht bilden. Sie lösen sich nach und nach ab, während von unten ständig neue „nachgeschoben“ werden.
2. Die Glanzschicht (Stratum lucidum), die eine besondere Barriere gegen „Eindringlinge“ darstellt, jedoch nur an den Hand- und Fußinnenseiten vorhanden ist.
3. Die Körnerzellenschicht (Stratum granulosum), die aus sterbenden, verhornenden Keratinozyten besteht. Beim Zelltod verschwindet der Kern, die Zellen lösen sich quasi auf und geben eine Mischung aus verschiedenen Substanzen (u.a. Keratin) ab, die wie Mörtel zwischen Bausteinen fungieren. Aus Keratinozyten werden Korneozyten.
4. Die Stachelzellschicht (Stratum spinosum), in der die „reifen“ Keratinozyten alle dicht miteinander verbunden sind. Sie besitzen noch alle einen Zellkern.
5. Die Basalschicht (Stratum basale), die für die Neubildung von Hautzellen (Keratinozyten) zuständig ist.

Wenn man das Prinzip dahinter verstanden hat – also, dass die Haut sich stetig erneuert und uns damit schützt -, dann wird auch verständlich, warum wir mit der Pflege nur bedingt Stoffe in die Haut einbringen können. Das ist nämlich gar nicht in ihrem Sinne.

Was wir mit Cremes & Co. hauptsächlich tun können, ist die obere Hautschicht (Epidermis) in ihren Funktionen zu unterstützen, indem wir ihr Substanzen zuführen, die einerseits auf mehr Feuchtigkeit abzielen und diese andererseits besser in der Haut halten.

Warum aber ist die Hautfeuchtigkeit so wichtig? Sie wirkt in der Epidermis wie ein Weichmacher, hält sie geschmeidig und flexibel, damit sie sich kontinuierlich erneuern und uns optimal schützen kann.

Die Haut produziert dazu feuchtigkeitsbindende Substanzen, auch Feuchthaltefaktoren genannt. Diese liegen in Form von Salzen, Säuren, Zuckern und Harnstoff vor und werden auch unter dem Begriff NMF (Natural Moisturizing Factor) zusammengefasst. Wir können sie mit einigen Rohstoffen, wie Glycerin, Sodium PCA oder Natriumlaktat geschickt imitieren.

Bei trockener Haut im Sinne von fettarm ist es außerdem sinnvoll, Lipide, also fettige Substanzen von außen aufzutragen. Dazu empfehlen sich in erster Linie hochwertige Pflanzenöle und -buttern. Im Gegensatz zu Erdölprodukten (Paraffine, Silikone…) können sie nämlich von unseren hauteigenen Enzymen gespalten und verstoffwechselt werden, indem die einzelnen Bestandteile z. B. in die Hautbarriere integriert werden oder wie ein schützender Film aufliegen. Bei naturkosmetischen Emulgatoren verhält es sich analog. Andere lipophile Stoffe, wie Lecithine, Ceramide, Sterole und Wachse wirken ebenfalls barriereschützend und können die Epidermis langfristig schützen.

Das erstmal als Überblick. Mehr zur Hautpflege dann in Kürze!